Monthly Archives: April 2012

Erfolgsfaktor CO2-Bilanz


Wie kann man Klimaschutz für Unternehmen greifbarer und vor allem messbar machen. Dieser Frage widmete sich eine Roadshow des TÜV SÜD zum Thema CO2-Bilanz.

Die drei Veranstaltungsorte in Deutschland schufen eine neutrale Informations-Plattform rund um das Thema CO2-Bilanz im Unternehmen. Dabei wurden sowohl die notwendige Erstellung und die Einflussgrößen von CO2-Berechnungen für Unternehmen oder einzelne Prozesse dargestellt als auch die weiteren Maßnahmen. Einheitliche Meinung der Experten war, dass sich die CO2-Bilanz gerade im internationalen Kontext zur „Währung der Nachhaltigkeit“ entwickelt hat. Dies hängt sicherlich  mit der direkten Korrelation zum Energieverbrauch und den Kosten zusammen, als auch der weitgehend unstrittigen physikalischen Berechnungsgrundlage. Hier kann man höchstens noch über Bewertungen innerhalb von gewählten Grenzen streiten. Die Veranstaltung versucht den interessierten Kundenkreis aus Unternehmen mit den Experten in Austausch zu bringen. Neben Vorträgen rund um die internationalen Entwicklungen – vor allem aus regulatorischer Sicht – bot man auch konkreten Umsetzungsprojekten eine Bühne. Der Carbon Footprint, also die berechnete CO2-Bilanz für ein Untersuchungsobjekt – wie z.B. ein ganzes Unternehmen – soll die valide Basis für alle weiteren Aktivitäten sein. Vor allem trifft dies auf die Schaffung von Entscheidungsgrundlagen für das Management zu. CO2 wird dabei nicht als abstrakte Umweltkennzahl begriffen, sondern zunehmend als integraler Wert im strategischen Entscheidungsprozess. Dies haben die großen Konzerne längst erkannt und die Erkenntnis setzt sich auch zunehmend beim Mittelstand durch – der Zielgruppe der Veranstaltung. Neben der validen Erfassung, auch mit Hilfe von Software-Lösungen – ging es vor allem um Klimaschutzmaßnahmen und die erfolgreiche Positionierung. Gerade die Nachvollziehbarkeit und die Durchführung nach anerkannten Standards zogen sich wie ein roter Faden durch die Vorträge. Die Tagesveranstaltung bot mit ausreichend Pausen und einem abendlichen Get-Together ausreichend Raum für den Austausch unter den Besuchern.

Artikel erschienen in der Technik in Bayern – Ausgabe 3/2012.

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Avnet Celebrates Earth Day 2012


DFGE calculates Avnet’s Carbon Footprint for the 3rd time. Here are the results:

Ray Sadowski, Avnet’s CFO, in this Earth Day 2012 message, overviews the progress Avnet is making on its Green initiatives. Learn how Avnet improved the Carbon Footprint calculated by the DFGE.

Learn more about Avnet http://www.avnet.com

Avnet, Inc. (NYSE:AVT) is one of the largest distributors of electronic components, including connectors and semiconductors; technology solutions, computer products and embedded technology. Avnet connects the world’s leading technology manufacturers with a broad base of more than 100,000 customers by providing cost-effective value-added services and solutions.

Die Ära der Ökologie – Eine Weltgeschichte – Buchrezension


Nicht erst seit es Widerstand gegen die deutsche Atomkraft im Schatten der Reaktorkatastrophe von Japan gibt, hat sich die Umweltbewegung als
integraler Bestandteil unserer Gesellschaft manifestiert. Immer mehr wirtschaftliche Entscheidungen werden unter Berücksichtigung der Umweltauswirkungen und unter Einbeziehung der relevanten Umweltgruppen vollzogen. Joachim Radkau versucht im vorliegenden Buch die Geschichte
der Umweltbewegung von den Ursprüngen im 18. Jt, über das weithin vergessene Thema Waldsterben bis hin zur aktuellen Atomdebatte zu
erzählen. Dabei liegt der Fokus auf den internationalen Aktivitäten und Spannungen in den letzten vierzig Jahren. Heutzutage profitiert die Bewegung
von einer starken Vernetzung, die kleinere lokale Aktivitäten als Bestandteil eines globalen environmentalism fördert. Besonders anhand von
Quellenvergleichen und Büchern zeigt der Autor die ökologische Revolution der 1970er Jahre auf. Mit den Hintergründen des Club of Rome oder der
Entstehungsgeschichte des in den USA populären Earth Day, zeigt Radkau internationale Entwicklungen und Strömungen im Lichte der Geschichte
auf. Auch das allgegenwärtige Thema von Ökologie und Ökonomie wird historisch erneut aufgerollt. Die „grüne Aufklärung“ ist dabei Teil der Geschichte
geworden und wird sich gerade im Zuge der aktuellen Debatten um Energiewenden und CO2-Preise weiter in der Gesellschaft und unserer
Geschichte manifestieren. Ein gut recherchiertes Buch mit wissenschaftlichem Anspruch.

Wolfgang Berger für die VDI-Mitgliederzeitschrift Technik in Bayern, Ausgabe 5/2011

CO2 – Lebenselixier und Klimakiller in der Reihe „Stoffgeschichten“ – Buchrezension


Die Reihe Stoffgeschichten des Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg, widmet sich der Geschichte und Bedeutung von Alltags-Stoffen die uns täglich umgeben. Der vorliegende fünfte Band der Reihe beschäftigt sich mit einem unsichtbaren, aber wichtigem Begleiter der Menschheit – dem Kohlendioxid. CO2 ist mittlerweile wahrscheinlich die weltweit bekannteste Chemische Formel. Viele wollen das Gas um jeden Preis loswerden oder manche
sich sogar davon „freimachen“. Doch wie kam es dazu und welche Rolle spielt CO2 in Umwelt und Technik? Gerade CO2 ist ja als Klimagas in aller Munde. Es scheint, als müsste man diesem Gas den Kampf ansagen. Doch der Stoff hat unendlich viele Facetten mehr. Als Ausgangspunkt der Photosynthese ist er der Anfang allen Lebens auf der Erde. Dabei wird die Geschichte von CO2 aus verschiedenen Blickwinkeln von unterschiedlichen Autoren anschaulich erzählt. Praktische Anwendungen, wie die technische Reinigung mit CO2 finden dabei ebenso Eingang wie die Berechnung der täglichen CO2-Bilanz des Bürgers. Einen Gutteil der Ausführungen widmen die Autoren der Klimarelevanz des Stoffes. Dabei werden die Entstehung, die Verwendung und die Zukunft im Umgang mit Kohlendioxid beleuchtet. Auch praktische Experimente und
Spaziergänge machen den Stoff erlebbar. Nicht nur im Kontext der aktuellen Betrachtung von CO2 als Treibhausgas ist das Buch eine abwechslungsreiche
Lektüre.

Wolfgang Berger für die VDI-Mitgliederzeitschrift Technik in Bayern, Ausgabe 2/2011

Speicherbedarf bei einer Stromversorgung mit erneuerbaren Energien – Buchrezension


Mit der Veröffentlichung seiner Dissertation hat Autor Matthias Popp sicherlich den richtigen Zeitpunkt erwischt. Kaum ein Thema wird im Zuge des Um- und Ausbaus der Energieversorgung so heiß diskutiert, wie die Speicherung.
Gerade in Hinblick auf die optimale Eingliederung der vielfältigen Erneuerbaren. In vorliegendem Buch, das flüssig und verständlich
geschrieben ist, zeigt der Autor ausgehend von den Bausteinen der Stromversorgung eine mögliche Einbindung von Speichern auf
– aber auch Alternativen dazu. Der Fokus liegt dabei auf Strom aus Windkraft- und Solaranlagen in einer europäischen Sicht. Dabei beschreibt der Autor die Zusammenhänge aus Strombedarf und Erzeugungsmöglichkeiten im Kontext der Speichermöglichkeiten für die Stromwirtschaft. Das beschriebene Modell erlaubt eine Abschätzung über die nötigen Speicher bei regenerativer
Stromerzeugung und schafft eine Datenbasis um die Auslegung zu modellieren.
Eine der Kernaussagen ist, dass die Nutzung der verteilten Erzeugungsleistungen der europäischen Verbundpartner besser umsetzbar ist, als die Konzentration auf wenige Produktionsstandorte. Dank der Dezentralität steigt die Versorgungssicherheit bei gleichzeitiger Abnahme des Bedarfs an neuen Speichern. Neben Speichern werden weitere Einflussgrößen, wie der Netzausbau bzw. der Stromimport und -export berücksichtigt.
Für jeden der sich über verschiedene Speichertechnologien für Strom informieren möchte eine lohnenswerte Lektüre.

Wolfgang Berger für die VDI-Mitgliederzeitschrift Technik in Bayern , Ausgabe 6/2010

Praxisbuch Energiewirtschaft – Buchrezension


Bereits in der zweiten Auflage berichtet Dipl.-Ing. Panos Konstantin im Praxisbuch Energiewirtschaft über die technisch-wirtschaftlichen
Zusammenhänge der Energieversorgung. Dabei liegt das Hauptaugenmerk klar auf der Vermittlung von praxisnahmen Wissen für Energieprojekte unterschiedlichster Art. Nicht nur rein technische Zusammenhänge werden vermittelt, sondern auch die Einbindung in die Volkswirtschaft und die daraus
resultierenden Auswirkungen auf das sozioökonomische Gefüge. Verbrauchsstrukturen und Preisentwicklung werden ebenso thematisiert wie Stromvergütung, Gestehungskosten und CO2-Preise. Dennoch kommt der Techniker nicht zu kurz. Im Gegenteil – anschauliche Grafiken und Erklärungen, Formeln, Referenztabellen und Richtwerte erschließen das Thema der Energiebereitstellung und des Transports ganzheitlich. Ausgehend von der Beschreibung des Primärenergiemarktes wird der Bogen auch über rechtlichen Rahmenbedingungen bis hin zu physikalisch-technischem Grundwissen gespannt. Das Praxisbuch richtet sich an alle Energiewirtschaftler
und Interessierte, die zum einen praktisches Basiswissen in der Breite erlangen
möchten und im Besonderen auf die wirtschaftlichen Zusammenhänge Wert legen. Ein Kapitel widmet der Autor speziell der Planung und Abwicklung von Energieprojekten.
Wolfgang Berger, für die VDI-Mitgliederzeitschrift Technik in Bayern, Ausgabe 6/2010

Energy Harvesting – Endlich überall verfügbare Energie?


Energie ist immer und überall verfügbar. Das könnte ein unbedarfter Konsument in der westlichen Welt sicherlich so wahrnehmen. Einfach auf den Schalter gedrückt und schon erscheint die Wohnung im aktuell schon gedämpften Licht der Energiesparlampe. Just deren Vorgängerin wurde ja der Kampf angesagt, da neben Licht vor allem Wärme an die Umgebung abgegeben wurde. Somit war die Umsetzung der Elektrizität zur reinen Beleuchtung reichlich ineffizient.

 

An vielen Orten gibt es solche “überschüssige” Energie, die aufgrund der geringen Intensität nicht wirklich nutzbar war. Die Einstrahlung der Sonne mag hier eine der Ausnahmen sein, die auch in großtechnischen Anlagen umgesetzt wird. Eine Gemeinsamkeit ist aber die quasi kostenlose Verfügbarkeit dieser Energie in der Umgebung wo sie gebraucht wird.
Um die Nutzung dieser Umgebungsenergie geht es beim Energy Harvesting – also bei der “Ernte” von verfügbarer Energie. Die unterschiedlichen Anwendungen und Prinzipien werden von Prof. Jürgen Schwager dargestellt. Die physikalischen Grundlagen, die umgesetzt werden, wie der Thermoelektrische- oder der Piezo-Effekt, sind seit Jahrhunderten bekannt. Die intelligente Steuerungstechnik, die mit einem Minimum an Energie auskommt, lässt jedoch bis heute auf sich warten. Konkrete Anwendungen aus der Praxis werden von den Firmen EnOcean und Micropelt präsentiert. Was, wenn eine Anbindung an bestehende Netze oder ein langlebiger Speicher nur mit großem Aufwand möglich sind? Eines der eingängigsten und alltäglichsten Beispiele ist sicherlich das Betätigen eines gewöhnlichen Lichtschalters. Die zur Betätigung des Schalters aufgebrachte Energie reicht schon aus, um das Signal zum Einschalten zu geben – ohne Kabel.
Die Technisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche wird sicherlich weiter voranschreiten. Was auch mehr und mehr Sensoren, Relais, Geräte und Anwendungen an einer Vielzahl unterschiedlicher Orte mit sich bringt. Wie man die Versorgung autarker Kleinsysteme möglich macht erklärt Jörg Schaufuß und Prof. Thomas Becker zeigt auf, wie Sensoren in modernen Flugzeugen auch ohne Kabel auskommen.
Oft mag man es als selbstverständlich hinnehmen, zusätzliche Energie für den Betrieb bereit stellen zu müssen, doch zunehmend kann man dank der technischen Möglichkeiten darüber nachdenken, verfügbare Umgebungsenergie sinnvoll zu nutzen. Somit ist diese Energie sicherlich nicht kostenlos in der Bereitstellung, aber spart Kosten, da sie verwendet werden kann und nicht nur zur Erhöhung der Entropie beiträgt. Verschwendung von Energie war noch nie eine gute Option – und das ist heute klarer denn je.

Wolfgang Berger für die VDI Mitgliederzeitschrift Technik in Bayern – Ausgabe 6/2010 – Editorial