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Bayern als nachhaltiger Logistikstandort


Das Kooperationsforum ‚Logistikstandort Bayern – attraktiv und nachhaltig!‘  des Logistik Cluster von Bayern Innovativ  brachte am 20. August in der IHK Augsburg Akteure in der Logistik zusammen. Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Darstellung der Vorzüge  der Logistikstandorte in Bayern

Gerade Bayern – und im Schwerpunkt die Regionen des Großraums München sowie der Region Schwaben (Augsburg und Ulm) –  bietet sich zentral gelegen als vorteilhafter Logistikstandort an. Der erste Programmpunkt des Tages war die Besichtigung des neuen Güterverkehrszentrums Augsburg und der dort vorhandenen Infrastruktur.

Lage, Lage, Lage

Zentrales Thema der Veranstaltung war die geographische Lage von Standorten in den unterschiedlichen Logistikbetrieben. Eine Detailstudie der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) aus Nürnberg stellte die Ergebnisse in Form einer aufschlussreichen Landkarte dar, die sowohl bestehende Standorte in Deutschland lokalisierte, als auch aufstrebende Regionen ausmachte. Aus Sicht von Betreibern, Investoren und Nutzern von verschiedensten Logistikeinrichtungen (Lager, Transporteure, Dienstleister,…)   wurde das Thema differenziert dargestellt. Der  Einfluss der Wirtschaftskrise war für die meisten Akteure deutlich zu spüren, was sich in den gesunkenen Investitionen und eher moderaten Steigerungsraten beim Güterverkehr deutlich machte.

Nachhaltigkeit in der Logistik

Der Begriff Nachhaltig wurde im Sinne einer nachhaltigen wirtschaftlichen Standortpolitik ebenso verstanden wie im Sinne der Umweltverträglichkeit. So wurden im Bereich Logistikimmobilien Praxisbeispiele erörtert. Der Hinweis auf die zunehmende Wichtigkeit der Umweltverträglichkeit wurde sowohl  den Vorträgen der Praktiker herausgestellt als auch seitens der Institutionen und Vergände. Die Anforderungen und Anfragen nehmen hier sowohl von öffentlicher und politscher Seite zu, als auch aus Sicht von Markt und Wettbewerb. Zunehmend wird beispielsweise in Ausschreibungen ein CO2-Nachweis gefordert.

Abgerundet wurde das Vortrags- und Exkursionsprogramm durch eine begleitende Fachausstellung der beteiligten Firmen und Institutionen.

Auch veröffentlicht in der Ausgabe 6/2010 des VDI-Magazines ‘Technik in Bayern’ des BV München

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Grün hat Vorfahrt – Bericht vom Logistik Innovativ Symposium


Das 6. Symposium ‚Logistik Innovativ‘ des Logistik Cluster von Bayern Innovativ brachte am 4. und 5. Mai in Prien am Chiemsee internationale Akteure der Logistik zusammen. Schwerpunkte waren Erfolgskonzepte, Nachhaltigkeit und die veränderten globalen Rahmenbedingungen.

Der Begriff Logistik umfasst viele Bereiche der heutigen Transport- und Warenwirtschaft. In Deutschland ist das transportierende Gewerbe nach wie vor sehr kleingliedrig strukturiert. So haben die rund 10.000 Transportdienstleister in Deutschland im Schnitt jeweils nur 6 eigene LKWs. Trotz Wirtschaftskrise wird weiter von einem Zuwachs der LKW-Verkehre ausgegangen. Jedoch gewinnen Intermodalkonzepte mit Bahn, Schiff und Flugzeug immer mehr an Bedeutung. Gerade Bayern hat hier als Transitland große Chancen. In einer vernetzten Welt ist die Logistik, die den Austausch der Waren ermöglicht, eine notwendige Voraussetzung. Aufgrund der Querschnittsbedeutung der Logistik kann diese auch einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Gerade im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung wird hier der Druck in Zukunft weiter zunehmen und sich Kohlenstoffdioxid (CO2) als Unternehmenskennzahl zu Bewertung von Nachhaltigkeit weiter etablieren.
Intralogistik und Immobilien
LEAN, KANBAN oder Materialflussplanung waren die Stichpunkte im Zusammenhang mit der Intralogistik, also den Material- und Warenflüssen innerhalb eines Betriebes. Dabei wurden Themen der Fabrikplanung, der Gebäudeerstellung bis hin zur intelligenten Warenlagerung behandelt. Immer wichtiger wird hier das Thema Wandlungsfähigkeit und Flexibilität. Gerade da, wo der Ersteller bzw. Betreiber eines Gebäudes und der eigentliche Nutzer auseinander fallen. Besonders in der standortübergreifenden Transportlogistik übernimmt der Logistiker immer mehr Aufgaben. Das klassische Just-In-Time-Prinzip der Warenanlieferung in einen Produktionsprozess wird mittlerweile sogar durch Just-in-Sequence-Anlieferung an die Produktionsbänder ersetzt.
Nachhaltige Logistik
Die Anforderungen, die an das Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement des Logistik- Dienstleisters gerichtet sind, werden in der Zukunft weiter zunehmen. Nicht nur die Einführung neuer Gesetze und Standards wie der EURO VI Norm in 2012/2013, sondern auch die steigende öffentliche Wahrnehmung setzten das Thema auf die Agenda. Dabei wird vor allem die Bewertung auf Basis der CO2-Emissionen, des s.g. Carbon Footprints, eine immer größere Rolle spielen. Diese erstreckt sich nicht nur auf die reine Transportdienstleistung, sondern greift in der gesamten Supply-Chain – von einzelnen Prozessschritten bis hin zur Immobilien. Eine gesonderte Vorstellung erfuhren Intermodalkonzepte wie TRANSITECS (Transalpine Transport Architects) bei dem Partner aus Deutschland, Österreich, Italien und Slowenien nach Alternativen zum Straßentransport suchen, um den Lebensraum der Alpen zu schonen, aber trotzdem den Export zu fördern.
Globale Rahmenbedingungen
Der Markt steht in den nächsten Jahren nach Einschätzung von Experten vor einem Umbruch. Die großteils noch eher „handwerklich“ geprägte Produktion der Ladungstransport-Leistungen werden sich immer weiter industrialisieren. Die vielen klein- und mittelbetrieblich strukturierten Unternehmen werden sich mehr mit der Standardisierung der Prozesse, der Verdichtung von Ladungsaufkommen und Netzwerken und der Professionalisierung insgesamt auseinander setzen müssen. So eine der zentralen Thesen der Vorträge. Die Teilnehmer fanden sich aus der Logistikbranche, Behörden, Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen. Einen Höhepunkt fand die Veranstaltung mit dem schon traditionellen Staatsempfang im Spiegelsaal auf Schloss Herrenchiemsee mit Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil, zu dem auch Gäste und Repräsentanten aus der Region geladen waren.

Auch veröffentlicht in der Ausgabe 4/2010 des VDI-Magazines ‘Technik in Bayern’ des BV München