Author Archives: DanielWiegand

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Liebe Leser,

dieser Blog ist umgezogen auf http://dfge.de/blog, deshalb wird es unter dieser Adresse keine Neuigkeiten mehr geben. Wir würden uns freuen, Sie auch auf der neuen Seite begrüßen zu können!

Ihr DFGE-Team

 

Dear readers,

this blog has moved to http://dfge.de/blog; hence, there won’ t be further updates on this page. We would be pleased if we could welcome you again on the new page!

DFGE team

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CDP Climate Change – Änderungen im Fragebogen im Jahr 2016 und neue Bewertungsmethode


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Das CDP (Carbon Disclosure Project) hat seinen CDP Climate Change Fragebogen für 2016 verändert.

Was ist CDP?

Über CDP veröffentlichen etwa 6000 Organisationen ihre Treibhausgas-Emissionen und andere umweltbezogene Leistungskennzahlen; dazu werden sie von ihren Anteilseignern oder ihren Kunden aufgefordert. Die Erwartung ist, dass Unternehmen dadurch besser in der Lage sind, dem Klimawandel zu begegnen.

Was sind die wichtigsten ?

  • Änderung der Bewertungsmethode: Die bisherige Aufteilung in disclosure score und performance band wird durch eine einzige Bewertung ersetzt, die die Stufen leadership (A), management (B), awareness (C) und disclosure (D) kennt (identisch zur im letzten Jahr eingeführten Bewertungsmethode für CDP Water). Die im Fragebogen gegebenen Antworten tragen zur Gesamtbewertung bei; mindestens 75% der Punkte müssen in einer Bewertungsstufe erreicht werden, um die nächsthöhere Stufe zu erreichen.
  • Angleichung der Scope-2-Emissionsberechnung ans Greenhouse Gas Protocol. Unternehmen müssen nun erklären, ob die angegebenen Werte marktbasiert oder ortsbasiert berechnet wurden. Ortsbasiert heißt, dass die Berechnung auf Emissionsfaktoren des jeweiligen geographischen Gebiets basiert. Marktbasierte Zahlen beziehen sich auf Emissionsfaktoren des Stromlieferanten oder des individuell bezogenen Strom-Produkts. Um die Zahlen vergleichbar zu machen, müssen Unternehmen eine der Optionen wählen und die Angaben aus dem Vorjahr gegebenenfalls entsprechend umrechnen.
  • Erneuerbare Energien: Unternehmen haben jetzt die Möglichkeit, ihre Produktion und ihren Verbrauch an erneuerbaren Energien einzubeziehen, und können auch über ihre Ziele in diesem Bereich berichten.
  • Wissenschaftsbasierte Ziele (Science-based targets): Unternehmen müssen jetzt angeben, ob ihr Reduktionsziel wissenschaftsbasiert ist, d.h. ob es kompatibel mit dem Ziel ist, die Klimaerwärmung auf 2°C zu begrenzen.
  • Management-Gebühr: Unternehmen aus Nordamerika und Westeuropa, die am CDP Investor Programm teilnehmen, müssen nun eine Gebühr zahlen, um zur Finanzierung von CDP beizutragen. Die Basisgebühr beträgt 2.475€ (mit der Zusatzoption, einen höheren Beitrag zu leisten); es ist aber auch möglich, eine niedrigere, „subventionierte“ Gebühr zu wählen. Erstmalige Teilnehmer oder Firmen, die aufgefordert wurden, am Supply Chain-Programm teilzunehmen, müssen keine Gebühr zahlen.

Mehr Informationen (englisch):

Changes & Rationale Document: https://www.cdp.net/Documents/Guidance/2016/CDP-Climate-Change-changes-document-2016.pdf

CDP 2016 Climate Change scoring methodology Introduction:  https://www.cdp.net/Documents/Guidance/2016/CDP-climate-change-scoring-methodology-2016.pdf

Scoring introduction 2016: https://www.cdp.net/Documents/Guidance/2016/Scoring-Introduction-2016.pdf

Accounting of scope 2 emissions: https://www.cdp.net/Documents/Guidance/2016/CDP-technical-note-Accounting-of-Scope-2-Emissions-2016.pdf

Als offizieller CDP-Partner kann die DFGE Ihnen detailliertere Informationen über die Änderungen geben bzw. Ihrem Unternehmen helfen, sich daran anzupassen. Mit einer eingehenden Prüfung Ihrer CDP-Antworten (CDP Response Review) können Sie sichergehen, alle Erfordernisse des neuen Fragebogens und der neuen Bewertungsmethode zu erfüllen. Kontaktieren Sie uns unter info@dfge.de oder +49.8192.99733-20.

 

 

Blasenbildung: Warum CO2-Emissionen zum Risiko werden


Hintergrundbeitrag: Die Mehrheit unserer Beiträge behandelt das Thema CSR; wir berichten über aktuelle Entwicklungen und versuchen, Auswirkungen auf die tägliche Praxis im Unternehmen darzustellen. Unsere Hintergrundbeiträge haben einen etwas anderen Blickwinkel: Hier werden Trends, wissenschaftlicher Hintergrund und gesellschaftliche Auswirkungen unternehmerischer Nachhaltigkeit erklärt – manchmal mit einem persönlichen Touch.

Carbon bubbleHaben Sie schon von der Kohlenstoffblase gehört? Falls nicht, hier die gute Nachricht: Bisher existiert sie nur in der Theorie. Falls sie allerdings irgendwann entsteht, und das ist der Knackpunkt, wird sie groß werden, sehr groß. So groß, dass ihr Platzen dramatische und unabsehbare Auswirkungen haben könnte.

Doch der Reihe nach: Mit dem Begriff „Kohlenstoffblase“ wird eine hypothetische ökonomische Blase am Finanzmarkt bezeichnet. Eine solche Blase entsteht, wenn erheblich mehr Geld in einem Markt vorhanden ist, als dass es durch die zukünftig zu erwartenden Gewinne in diesem Markt zu rechtfertigen wäre. Oder einfacherer gesagt: in einer Blase erhoffen sich Anleger sehr viel von der Entwicklung eines Marktes, bis irgendwann herauskommt, dass die Geld-Anlagen sehr viel weniger wert sind, und dass sich alle verspekuliert haben; die Blase platzt.

Im Falle der Kohlenstoffblase geht es um den Markt der großen globalen Öl- und Kohlekonzerne. Momentan (und schon seit Jahren) machen diese sehr viel Gewinne, denn der Welt-Bedarf nach Kohle und Öl steigt unaufhörlich. Die weltweiten Reserven an Kohle, Öl und Gas entsprachen im Jahr 2011 unfassbaren 2,8 Milliarden Tonnen CO2[1], und jedes Jahr werden neue Lagerstätten entdeckt. Die Förderunternehmen werden von Anlegern als sehr wertvoll beurteilt, denn die Aussichten sind auf den ersten Blick ja glänzend.

Wäre da nur nicht der Klimawandel. Seit der Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 strebt die internationale Staatengemeinschaft eine Begrenzung der Erderwärmung auf 2°C an, verglichen mit dem Niveau vor der Industrialisierung. 1°C Erwärmung haben wir nun schon erreicht[2], was den zukünftigen Spielraum weiter begrenzt. Um unter der Zwei-Grad-Grenze zu bleiben, müssten 80% der weltweiten Reserven an Kohle, Gas und Öl im Boden bleiben, was für die großen Unternehmen der fossilen Energiewirtschaft eine Katastrophe wäre. Diese Konzerne würden schlagartig an Wert verlieren, und die Investoren müssten erhebliche Summen abschreiben; die Folgen für die Branche und darüber hinaus wären schwer absehbar.

Was hat das alles mit uns zu tun? Nun, auf den zweiten Blick eine ganze Menge:

Zum einen führt die Kohlenstoffblase vor Augen, wie weit reichend die gesetzlichen Regelungen sein werden, die in den nächsten Jahren zu erwarten sind. Der Klimagipfel in Paris hat gezeigt, dass es der Staatengemeinschaft ernst ist mit der Begrenzung der Emissionen, vermutlich sogar ernst genug, um sich mit den großen Kohle- und Ölförderern anzulegen. Und dazu gehören immerhin sieben der zehn größten Unternehmen der Welt[3].

Zum zweiten zeigt uns die durch die drohende Kohlenstoffblase entstandene Divestment-Bewegung, dass der Ausstoß von Emissionen zunehmend zur moralischen Frage wird; die von vielen lokalen Gruppen getragene Bewegung agiert unter dem Grundsatz „It’s wrong to profit from wrecking the planet“ und zwingt öffentliche und private Institutionen durch Druck der Öffentlichkeit, aus emissionsintensiven Konzernen zu de-investieren, und das Geld in emissionsärmere Investments umzuleiten. Und das bisher augenscheinlich recht erfolgreich.

Es gibt also für Firmen seit neustem ein paar gute Gründe mehr, die unternehmensbezogenen Emissionen in den Griff zu kriegen;  neben der vorausschauenden Anpassung an kommende gesetzliche Normen ist auch ein drohender Reputationsverlust in der öffentlichen Meinung ein Risiko.

Die DFGE kann Sie bei der Berechnung Ihres unternehmensweiten Carbon Footprints und bei der Identifikation von Reduktionspotenzialen unterstützen  – kontaktieren Sie uns unter info@dfge.de oder unter +49.8192.99733-20 für mehr Informationen!

Mehr Infos rund um das CO2-Management für Unternehmen finden Sie unter http://www.dfge.de/carbon-footprint-berechnung/.

High tide


Background story: The majority of our blog posts deals with CSR topics; we write about the latest developments in this field and try to relate it to a company’s daily business. Our background stories have a different perspective: Here, we explain trends, scientific background and societal implications of corporate sustainability – sometimes with a personal touch.

What do the cities of Hamburg (Germany) and Lagos (Nigeria) have in common? Not much, one might think. However, they share a property which makes them both vulnerable to climate change: they both lie at a height of only five meters above sea level – and the sea level rises every year.

How would it look like, a world with six-meter higher sea levels? You can now find it out yourself at http://flood.firetree.net/.

A natural phenomenon which has been increasing in the 20th century
Trends_in_global_average_absolute_sea_level,_1880-2013 croppedData from sediments, tide gauge records and satellites show that sea levels changed only little between 0 AD and 1900, but began rising in the 20th century[1]. Two main mechanisms have been identified to be responsible for this, both related to climate change:

  • Water expands along with temperature; as global temperatures are rising, the water body’s volume is expanding
  • Warmer temperatures initiate a thawing of the polar ice caps. The resulting melting water leads to higher sea levels

The average change rate was at about 1.7 mm per year in the last century, which amounts to a total difference of about 19 cm over the last 110 years. 19 cm – this is far from the five meters of Hamburg and Lagos, so no reason to worry? Well, far from it, unfortunately.

At the one hand, the increase rate is accelerating: between 1993 and 2010, it amounted already to 3.2 mm per year[2], which is a drastic increase compared to the values for the preceding century. Researchers from several universities just published a study stating that the 20th-century rise happened faster than any of the previous 27 centuries[3].

And secondly, we haven’t talked about tipping points yet.

Tipping points: when changes become rapid

Tipping points are maybe the biggest headache of climate scientists. This notion refers to a moment when the earth’s entire climatic system changes rapidly and irreversibly into a new state, triggered by a preceding constant change of an input variable (like the atmospheric CO2 level). Regarding sea level rise, such a tipping point might be reached once the Greenland ice sheet begins to thaw – research suggests that this could happen already with a global warming of about 1.6 degrees[4]. Greenland’s ice sheet is 3.000 meters thick; its melting would contribute to a total sea level rise of about 6 meters[5], with the well-known consequences not only for Hamburg or Lagos: About 10% of the world population live in low-lying areas, and 30% live in areas impacted by extreme flooding events. The majority of megacities is located in coastal areas[6].

On a human timescale, processes like the Greenland melting would still happen slowly, taking several thousand years. But if greenhouse gas emissions are not effectively limited, these processes are likely to accelerate. Due to a combination with increasingly frequent and severe rainstorms (also a consequence of climate change) huge investments into coastal protection will be necessary in the coming decades[7].

Thus, sea level rise does not just concern some lost islands somewhere in the ocean – it concerns the livelihoods of a substantial part of the world population. A worldwide and concerted action to mitigate climate change is crucial, if we want to ensure that our coastal areas can stay habitable for future generations. The UN Climate Conference in Paris 2015 has shown that a lot of governmental and private actors are willing to combat climate change – now the decisions made have to come into action.

DFGE can assist also your organization in quantifying your carbon emissions, and to establish a strategy to tackle them. Contact us at info@dfge.de or +49.8192.99733-20 for more information.

Sources:

[1] http://oceanservice.noaa.gov/facts/sealevel.html

[2] http://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar5/wg1/WG1AR5_Chapter03_FINAL.pdf

[3] https://www.washingtonpost.com/news/energy-environment/wp/2016/02/22/seas-are-now-rising-faster-than-they-have-in-2800-years-scientists-say/?postshare=421456172051268&tid=ss_tw

[4] https://www.pik-potsdam.de/news/press-releases/archive/2012/gronlands-eismassen-konnten-komplett-schmelzen-bei-1-6-grad-globaler-erwarmung

[5] https://nsidc.org/cryosphere/quickfacts/icesheets.html

[6] http://www.uni-kiel.de/pressemeldungen/?pmid=2015-085-klimawandel

[7] https://www.gov.uk/government/publications/2010-to-2015-government-policy-flooding-and-coastal-change/2010-to-2015-government-policy-flooding-and-coastal-change

image source: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/65/Trends_in_global_average_absolute_sea_level%2C_1880-2013.png