Author Archives: Wolfgang Berger

CO2 – Lebenselixier und Klimakiller in der Reihe „Stoffgeschichten“ – Buchrezension


Die Reihe Stoffgeschichten des Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg, widmet sich der Geschichte und Bedeutung von Alltags-Stoffen die uns täglich umgeben. Der vorliegende fünfte Band der Reihe beschäftigt sich mit einem unsichtbaren, aber wichtigem Begleiter der Menschheit – dem Kohlendioxid. CO2 ist mittlerweile wahrscheinlich die weltweit bekannteste Chemische Formel. Viele wollen das Gas um jeden Preis loswerden oder manche
sich sogar davon „freimachen“. Doch wie kam es dazu und welche Rolle spielt CO2 in Umwelt und Technik? Gerade CO2 ist ja als Klimagas in aller Munde. Es scheint, als müsste man diesem Gas den Kampf ansagen. Doch der Stoff hat unendlich viele Facetten mehr. Als Ausgangspunkt der Photosynthese ist er der Anfang allen Lebens auf der Erde. Dabei wird die Geschichte von CO2 aus verschiedenen Blickwinkeln von unterschiedlichen Autoren anschaulich erzählt. Praktische Anwendungen, wie die technische Reinigung mit CO2 finden dabei ebenso Eingang wie die Berechnung der täglichen CO2-Bilanz des Bürgers. Einen Gutteil der Ausführungen widmen die Autoren der Klimarelevanz des Stoffes. Dabei werden die Entstehung, die Verwendung und die Zukunft im Umgang mit Kohlendioxid beleuchtet. Auch praktische Experimente und
Spaziergänge machen den Stoff erlebbar. Nicht nur im Kontext der aktuellen Betrachtung von CO2 als Treibhausgas ist das Buch eine abwechslungsreiche
Lektüre.

Wolfgang Berger für die VDI-Mitgliederzeitschrift Technik in Bayern, Ausgabe 2/2011

Speicherbedarf bei einer Stromversorgung mit erneuerbaren Energien – Buchrezension


Mit der Veröffentlichung seiner Dissertation hat Autor Matthias Popp sicherlich den richtigen Zeitpunkt erwischt. Kaum ein Thema wird im Zuge des Um- und Ausbaus der Energieversorgung so heiß diskutiert, wie die Speicherung.
Gerade in Hinblick auf die optimale Eingliederung der vielfältigen Erneuerbaren. In vorliegendem Buch, das flüssig und verständlich
geschrieben ist, zeigt der Autor ausgehend von den Bausteinen der Stromversorgung eine mögliche Einbindung von Speichern auf
– aber auch Alternativen dazu. Der Fokus liegt dabei auf Strom aus Windkraft- und Solaranlagen in einer europäischen Sicht. Dabei beschreibt der Autor die Zusammenhänge aus Strombedarf und Erzeugungsmöglichkeiten im Kontext der Speichermöglichkeiten für die Stromwirtschaft. Das beschriebene Modell erlaubt eine Abschätzung über die nötigen Speicher bei regenerativer
Stromerzeugung und schafft eine Datenbasis um die Auslegung zu modellieren.
Eine der Kernaussagen ist, dass die Nutzung der verteilten Erzeugungsleistungen der europäischen Verbundpartner besser umsetzbar ist, als die Konzentration auf wenige Produktionsstandorte. Dank der Dezentralität steigt die Versorgungssicherheit bei gleichzeitiger Abnahme des Bedarfs an neuen Speichern. Neben Speichern werden weitere Einflussgrößen, wie der Netzausbau bzw. der Stromimport und -export berücksichtigt.
Für jeden der sich über verschiedene Speichertechnologien für Strom informieren möchte eine lohnenswerte Lektüre.

Wolfgang Berger für die VDI-Mitgliederzeitschrift Technik in Bayern , Ausgabe 6/2010

Praxisbuch Energiewirtschaft – Buchrezension


Bereits in der zweiten Auflage berichtet Dipl.-Ing. Panos Konstantin im Praxisbuch Energiewirtschaft über die technisch-wirtschaftlichen
Zusammenhänge der Energieversorgung. Dabei liegt das Hauptaugenmerk klar auf der Vermittlung von praxisnahmen Wissen für Energieprojekte unterschiedlichster Art. Nicht nur rein technische Zusammenhänge werden vermittelt, sondern auch die Einbindung in die Volkswirtschaft und die daraus
resultierenden Auswirkungen auf das sozioökonomische Gefüge. Verbrauchsstrukturen und Preisentwicklung werden ebenso thematisiert wie Stromvergütung, Gestehungskosten und CO2-Preise. Dennoch kommt der Techniker nicht zu kurz. Im Gegenteil – anschauliche Grafiken und Erklärungen, Formeln, Referenztabellen und Richtwerte erschließen das Thema der Energiebereitstellung und des Transports ganzheitlich. Ausgehend von der Beschreibung des Primärenergiemarktes wird der Bogen auch über rechtlichen Rahmenbedingungen bis hin zu physikalisch-technischem Grundwissen gespannt. Das Praxisbuch richtet sich an alle Energiewirtschaftler
und Interessierte, die zum einen praktisches Basiswissen in der Breite erlangen
möchten und im Besonderen auf die wirtschaftlichen Zusammenhänge Wert legen. Ein Kapitel widmet der Autor speziell der Planung und Abwicklung von Energieprojekten.
Wolfgang Berger, für die VDI-Mitgliederzeitschrift Technik in Bayern, Ausgabe 6/2010

Energy Harvesting – Endlich überall verfügbare Energie?


Energie ist immer und überall verfügbar. Das könnte ein unbedarfter Konsument in der westlichen Welt sicherlich so wahrnehmen. Einfach auf den Schalter gedrückt und schon erscheint die Wohnung im aktuell schon gedämpften Licht der Energiesparlampe. Just deren Vorgängerin wurde ja der Kampf angesagt, da neben Licht vor allem Wärme an die Umgebung abgegeben wurde. Somit war die Umsetzung der Elektrizität zur reinen Beleuchtung reichlich ineffizient.

 

An vielen Orten gibt es solche “überschüssige” Energie, die aufgrund der geringen Intensität nicht wirklich nutzbar war. Die Einstrahlung der Sonne mag hier eine der Ausnahmen sein, die auch in großtechnischen Anlagen umgesetzt wird. Eine Gemeinsamkeit ist aber die quasi kostenlose Verfügbarkeit dieser Energie in der Umgebung wo sie gebraucht wird.
Um die Nutzung dieser Umgebungsenergie geht es beim Energy Harvesting – also bei der “Ernte” von verfügbarer Energie. Die unterschiedlichen Anwendungen und Prinzipien werden von Prof. Jürgen Schwager dargestellt. Die physikalischen Grundlagen, die umgesetzt werden, wie der Thermoelektrische- oder der Piezo-Effekt, sind seit Jahrhunderten bekannt. Die intelligente Steuerungstechnik, die mit einem Minimum an Energie auskommt, lässt jedoch bis heute auf sich warten. Konkrete Anwendungen aus der Praxis werden von den Firmen EnOcean und Micropelt präsentiert. Was, wenn eine Anbindung an bestehende Netze oder ein langlebiger Speicher nur mit großem Aufwand möglich sind? Eines der eingängigsten und alltäglichsten Beispiele ist sicherlich das Betätigen eines gewöhnlichen Lichtschalters. Die zur Betätigung des Schalters aufgebrachte Energie reicht schon aus, um das Signal zum Einschalten zu geben – ohne Kabel.
Die Technisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche wird sicherlich weiter voranschreiten. Was auch mehr und mehr Sensoren, Relais, Geräte und Anwendungen an einer Vielzahl unterschiedlicher Orte mit sich bringt. Wie man die Versorgung autarker Kleinsysteme möglich macht erklärt Jörg Schaufuß und Prof. Thomas Becker zeigt auf, wie Sensoren in modernen Flugzeugen auch ohne Kabel auskommen.
Oft mag man es als selbstverständlich hinnehmen, zusätzliche Energie für den Betrieb bereit stellen zu müssen, doch zunehmend kann man dank der technischen Möglichkeiten darüber nachdenken, verfügbare Umgebungsenergie sinnvoll zu nutzen. Somit ist diese Energie sicherlich nicht kostenlos in der Bereitstellung, aber spart Kosten, da sie verwendet werden kann und nicht nur zur Erhöhung der Entropie beiträgt. Verschwendung von Energie war noch nie eine gute Option – und das ist heute klarer denn je.

Wolfgang Berger für die VDI Mitgliederzeitschrift Technik in Bayern – Ausgabe 6/2010 – Editorial

Frida – CO2 Management für Unternehmen und Logistik


1. Preis im Green ITube-Wettbewerb: “Sense of vision: Green IT”


EU Kommission – CO2 Reduktion oder Emissionshandel für Schifffahrt


Nachdem die EU Kommission bereits den Luftverkehr mit in das EU Emissionshandelssytem ETS aufgenommen hat, verschärft sich nun auch die Diskussion um die internationale Schifffahrt. Die Kommission droht der IMO (International Matitime Organisation) damit die Schifffahrt dem Handelssystem mit Emissionszertifikaten zu unterziehen. Als Ausweg könnte die IMO auch eigene freiwillige Maßnahmen ergreifen, um die Emissionen zu reduzieren. Dies scheiterte jedoch bisher an einer internen Einigung der 170 Mitgliedsstaaten.

Zur Zeit trägt die internationale Schifffahrt mit gut 3% zu den weltweiten CO2 Emissionen bei. Neben der Unterwerfung im Emissionshandel werden weitere konkrete Maßnahmen seitens der EU Kommission diskutiert.

28. Deutscher Logistik Kongress Berlin


Der nunmehr 28. Deutsche Logistikkongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL) fand 2011 unter dem Motto „Flexibel – Sicher – Nachhaltig“ in Berlin statt. Drei Tage lang konnten sich dort Logistikdienstleister und Kunden aus Handel, Gewerbe und Industrie austauschen. Neben einer begleitenden Fachausstellung waren wieder die Vorträge und Foren der Hauptanziehungspunkt der Veranstaltungen.

Die Schwerpunkte des Kongresses ergaben sich aus den konjunkturellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Dabei stehen die Bedingungen trotz drohender Konjunkturflaute günstig für die Logistik. Die Netze sind ausgelastet und die Nachfrage nach Transporten und logistischen Dienstleistungen scheint ungebrochen. Zudem werden in den kommenden Jahren auch in Europa starke Wachstumsraten prognostiziert. Dabei schätzt der BVL, dass sich der Umsatz des Wirtschaftsbereichs Logistik in 2011 auf ca. 220 Milliarden Euro erhöht.

Ein brennendes Thema – gerade im transportierenden Gewerbe – ist der Fachkräftemangel. Zum zunehmenden Bedarf an Fahrern und Fachkräften, kommt der unglückliche Umstand, dass mit dem Wegfall der Wehrpflicht viele gut ausgebildete Fahrer fehlen, die bisher mit Lkw-Führerschein aus der Bundeswehr ausgeschieden sind und somit direkt in die Wirtschaft gehen konnten. Viele Stellen können aber auch in Führungspositionen nicht mehr besetzt werden. Der Fachkräftemangel gilt für viele Unternehmen als Erfolgsrisiko. Gut drei Viertel der Unternehmen können offene Stellen passend besetzen.

Die Logistik-Dienstleistungen nehmen zunehmend an Komplexität zu. Ganze Bereiche, von der Konzeption bis zur Vorfertigung von Waren, werden von Unternehme an den Logistikdienstleister ausgelagert. Ein Schlagwort des Kongresses war das „Magische Dreieck“. Es sollte die Wechselwirkungen zwischen Sicherheit, Flexibilität und Nachhaltigkeit von Lieferketten aufzeigen. Dabei muss der Logistiker trotz steigender Anforderungen wie Sicherheit oder Internationalisierung seine Ressourcen optimal einsetzen. Dies setzt natürlich auch höhere Anforderungen an die Mitarbeiter voraus. Nach wie vor steigen auch die Anforderungen an umweltverträglichere Transporte und Dienstleistungen. Vor allem der Carbon Footprint wird dabei zunehmend Bestandteil von Ausschreibungen bzw. lokale Anforderung von Partner, Kunden und Gesetzgebern. So wird beispielsweise Frankreich 2013 ein Gesetz auf den Weg bringe, den jeweiligen CO2-Ausstoss einer Transportdienstleistung verpflichtend auf der Rechnung auszuweisen.

Die vielen Foren und Rahmenprogramme ermöglichten auch dieses Jahr wieder einen regen und offenen Austausch.

 

Erschienen in der Ausgabe 01/2012 der VDI-Mitgliederzeitschrift Technik in Bayern.

Sustainability Nears a Tipping Point


 

by MIT Sloan Management Review. Read the full report: http://mitsmr.com/A3PZo7

WRI/WBCSD Greenhouse Gas Protocol (GHGP)